Meine Arbeit
Lilly Liebig Handwerkskünstlerin von der Pike auf.
Vor über 30 Jahren besuchte ich die Staatliche Fachschule für Glas und Schmuck in Kaufbeuren-Neugablonz um dort meine Ausbildung zur Goldschmiedin zu absolvieren.
Glas und die traditionelle Herstellung von handwerklichen Glasperlen, wie sie schon seit Jahrhunderten in Gablonz angewandt wurde faszinierte mich von Anfang an. In den dreieinhalb Jahren an der Fachschule war Glaswickeln und Gürtlerarbeit noch fester Bestandteil des Unterrichtsplans. Nach der Gesellenprüfung blieb ich noch weitere drei Monate an der Schule, um meine Kenntnisse im Glasbereich zu vertiefen.
Die so entstandenen Schätze begleiteten mich auf meinem Weg durch viele Berufe und Länder. Die Liste ist lang, von Neugablonz nach Stuttgart – Fa.Langani, über Rom und Tunesien nach Köln.
Wieder in Deutschland in Köln, Folge eines Unfalls in Tunesien, erinnerte ich mich meiner Schätze. In einer Rehaklinik auf dem Berg weit weg vom normalen Leben feilte ich im Freizeitangebot der Klinik Steinperlen.
Wieder zu Hause wollte ich die Steinperlen mit einer etwas zu kurzen Kette aus meinen Schätzen kombinieren. Ich kramte alle Schätze aus Umzugskisten und Kästen hervor.
Aber was da zu Tage kam, war viel mehr als nur Material. Es war eine Offenbarung und meine alte Liebe und Faszination für Glas und Farbe „flammte” auf. Ich fing an Ketten zu kreieren und nach kurzer Zeit stand für mich fest.
Das ist meine Zukunft!!
Aber um die Zukunft zu planen, musste ich zuerst einmal zurück in die Vergangenheit. Da anknüpfen wo ich vor 35 Jahren weggegangen war.
Der Weg führte mich zuerst zurück nach Neugablonz. Den Kontakt suchte ich, um eine ehrliche Meinung über meine Arbeiten zu hören. Die „Glasschmuckzene” war von meinen Kreationen mehr als fasziniert, ich wurde herzlich wieder in den Club aufgenommen und alle ermutigten mich weiter zumachen.
Einige Wochen später fuhr ich wieder nach Bayern und kaufte mir Lampenfeuer, Glas und Zubehör. Während dieser Reise wurde mir auch langsam klar, welch qualifizierte Ausbildung ich durchlaufen hatte. Nicht nur dass wir nach unseren eigenen Entwürfen arbeiten konnten, hatten wir darüber hinaus auch die Möglichkeit im nach Schulschluss noch mehrere Stunden für uns weiter zu arbeiten.
Naja, manche Dinge müssen reifen, so wie guter Wein und der Arbeitstisch, der für meine Goldschmiedewerkstatt gefertigt wurde, hat dreißig Jahre geduldig auf seine eigentliche Bestimmung gewartet hat.